Alice, who the fuck is Alice?

Da heute mein letzter Tag mit Alice ist, möchte ich dies nutzen, um Bilanz über unsere doch recht kurze Beziehung zu ziehen.
Alles begann damit, daß ich einen bereits bestehenden Vertrag mit Alice übernehmen wollte (in der Annahme, dies sei einfacher als der Abschluß eines neuen Vertrages).
Also rief ich Alice an, erklärte, daß ich gerne den Vertrag übernehmen würde und man sagte mir zu, die entsprechenden Formulare zu senden.
Einige Tage später erhielt ich diese und füllte sie aus. Da ich aber anstrebte, einen anderen als den bisherigen Tarif zu vereinbaren, versah ich das Schreiben mit einem Zusatz, in dem ich erklärte den Vertrag unter der Bedingung zu übernehmen, daß gleichzeitig der Tarif gewechselt werde.
Etwa eine Wocher später wurde der Vertragsschluß bestätigt und ich wurde zusätzlich am entsprechenden Morgen per Nachricht an mein Mobiltelephon (welch ein Service) benachrichtigt, daß der Vertrag ab nun zu laufen beginne. Da war es Anfang November.
Schon eine Woche später erhielt ich eine Rechnung, bei der mir die verbrauchsunabhängigen Kosten für November und Dezember in Rechnung gestellt und per Bankeinzugverfahren von meinem Konto abgebucht wurden.
Dabei mußte ich feststellen, daß hier der alte Tarif, über den ich eben keinen Vertrag abgeschlossen hatte berechnet wurde.
Kurz darauf erfuhr ich, daß das nicht das einzige Malheure war. Denn auch bei der bisherigen Alicekundin hatte Alice die Kosten für November und Dezember abgebucht. Dabei hatte doch ich ihren Vertrag übernommen und sie hatte mit Alice nichts mehr zu tun.
Daraufhin schrieb ich eine doch eher höfliche Email an Alice, in dem ich sie bat, bitte den entsprechenden Betrag an die alte Kundin zurück zu erstatten und mir die – mangels vertraglicher Grundlage – zu viel bezahlten Gebühren gutzuschreiben und den Tarif auf den vertraglich vereinbarten umzustellen. Darauf reagierte Alice nicht.
Kurz darauf hatte ich zwei Wochen lang täglich Verbindungsstörungen bei der Internetverbindung. Täglich hatte ich das Vergnügen, die kostenpflichtige Sevicerufnummer Alice von anzuwählen, zehn Minuten in der Warteschleife zu verbringen, zu erklären, daß eine Störung vorlag, um schließlich mit einem Techniker verbunden zu werden, der das Problem dann immer beheben konnte.
Die Gelegenheit täglich mit Alice sprechen zu können nutze ich, um das Problem mit dem falschen Tarif zu erklären. Darauf wollte man nicht so recht eingehen, bot mir aber an, den Tarif jetzt umzustellen. Ich willigte ein.
Außerdem bat ich bei jedem Anruf darum, mir doch bitte gleich die angefallenen Telefongebühren gutzuschreiben, worauf mir jeweils von Alice erklärt wurde: „Das müssen sie schriftlich beantragen.“
Gut. Also schrieb einen etwas weniger höflichen Brief, in dem ich Alice bat, mir die Telephongebühren gutzuschreiben, die aufgrund der von Alice verschuldeten Störungen entstanden waren, mir den unrechtmäßig abgebuchten Betrag zu erstatten und der bisherigen Kundin das zu unrecht abgebuchte Geld zurückzuzahlen. Außerdem bat ich um eine Gutschrift für die Störung der Verbindung.
Bei einem dieser Telephonate hatte man mir geraten, keine Emails an Alice zu schreiben, sondern stets postalisch mit Alice in Kontakt zu treten. Denn Emails würden ohnehin nicht beantwortet. Richtig, Alice ist ein Telekommunikationsunternehmen. Wer würde da Alice mit Mitteln der modernen Telekommunikation in Kontakt treten wollen?!
Mitte Dezember wurde mir mitgeteilt, daß man mir 30 Euro gutschreiben würde.
Ende Dezember folgte ich eine Nachricht auf mein Mobiltelephon, daß nun (das war ca. vier Wochen nach dem diesbezüglichen Telephonat) der Vertrag auf den von Beginn an vereinbarten Tarif umgestellt wurde.
Anfang Januar kam dann die nächste Rechnung. Alice berechnete mir 10 Euro für die Umstellung des Vertrages auf einen anderen Tarif. Sowie ca. 15 Euro für Gespräche mit ihrer Servicerufnummer.
Kurz darauf bekam ich ein Schreiben, bei dem eine Gutschrift von 10 Euro zugesichert wurde.
Kurz darauf kündigte ich meine Beziehung zu Alice durch einen eher weniger freundlichen Brief auf und erklärte den Widerruf der Bankeinzugsermächtigung.
Und schon drei Tage später rief mich Alice an:
„Guten Abend. Sie haben ihre Beziehung zu Alice beendet. Ich wollte mich erkundigen, ob es dafür einen Grund gibt.“
„Ja … [Hinweis auf das bereits beschrieben].“
„Oh, das ist natürlich nicht schön. Aber hätte man da nicht mal früher drüber reden könne.“
„Ja, klar, das hätte man. Das habe ich ja auch versucht!“
„Mmh, das ist natürlich etwas blöd gelaufen.“
„Kann man so sagen.“
„Ich mache ihnen ein Angebot. Ich schreibe ihnen 50 Euro gut.“
„Mmh, ich weiß nicht. Das muß ich mir noch überlegen.“
„Gut. Ich schicke ihnen das mal zu.“
Eine Woche später erhielt ich die nächste Rechnung.
Und es trat ein, was ich nicht erwartet hatte. Alice respektierte meinen Widerruf der Bankeinzugsermächtigung.
Deshalb kam am 06.02. eine Mahnung, euphemistisch als „Zahlungserinnerung“ bezeichnet, ausgestellt am 01.02., in der ich aufgefordert wurde, den Rechnungsbetrag von 41,38 innerhalb von fünf [sic!, also bis zum 06.02.] Werktagen zu überweisen.
Also schrieb ich zurück und erklärte die Aufrechnung, wonach mir nach meiner Berechnung Alice sogar noch etwa zwei Euro schulden würde.
Eine Woche später erhielt ich einen Brief in dem mir bedingungslos eine Gutschrift von 50 Euro zugesichert wurde. Worüber ich mich sehr freute, denn einerseits müßte ich jetzt von Alice mehr als zwei Euro bekommen und ein besseres „Geständnis“ kann ich mir momentan gar nicht vorstellen.
Eine Woche später kam eine weiter Gutschrift über 3,52.
Vor zwei Wochen kam dann die Februarrechnung mit den Grundgebühren für Februar und ein Breif, in dem Alice mir erklärte, daß es bei der Bereitstellung meines Anschlusses und bei der Abrechnung keinerlei Unstimmigkeiten gegeben habe.
Auf die Rechnung reagierte ich, indem ich per Email und per Brief Alice auf meine Kündigung hinwies.
Gestern antwortete mir Alice per Email:
„Laut unseren Unterlagen haben Sie die Kündigung züruckgezogen, daher wurde die Berechnung nicht eingestellt.“
Habe ich aber nicht.
Die Alicekundin, von der ich den Vertrag übernahm, wartet bis heute darauf, daß man ihr die für November und Dezember abgebuchten Beträge zurückerstattet.

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