Archive for March, 2007

United Nations Watch

30. March 2007

Was ist ein Menschenrechtsrat wert, der von Staaten dominiert wird, die die Menschenrechte nicht achten?

Hillel Neuer liest ihm die Leviten.

12. March 2007

Die Veranstalter des Eurovision Song Contest schließen möglicherweise diesen Beitrag aus Israel vom Wettbewerb aus. Begründung: Zu politisch. (Wie war das mit “99 Luftballons”?)

Das ist lächerlich und erbärmlich. Und für mich steht der Gewinner jetzt schon fest!


PS: Die Band “Teapacks” kommt übrigens aus Sderot. Das ist eine Stadt unweit vom Gazastreifen. Dort schlagen seit dem Abzug der IDF aus dem Gazastreifen immer wieder Raketen der an Frieden interessierten Dingsda ein.

Und hier eine gelungene Antwort von Alan Posener

9. March 2007

Wenn es aus deutschen Bischöfen spricht

Erst Bischof Mixa und die “Gebärmaschinen”. Jetzt Bischof Hanke und (wieder) Bischof Mixa nach Äußerungen auf einer Nahost-Reise unter Antisemitismus-Verdacht. Bezeichnend ist, wer sich darüber aufregt in Deutschland. Und wer schweigt.

 

Ausgerechnet Bischöfe! Ausgerechnet deutsche Bischöfe! Das sind Männer, die ihren Weg in der Hierarchie der Katholischen Kirche auch deshalb gemacht haben, weil sie es sich zur zweiten Natur machten, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Das sind Angehörige eines Volkes, das seinen Weg zurück in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen auch deshalb machen konnte, weil es die Ungeheuerlichkeit der in seinem Namen begangenen Verbrechen nie relativierte. Und dann kommt ein Bischof Gregor Maria Hanke daher und sagt: „Morgens in Yad Vashem die Fotos vom unmenschlichen Warschauer Ghetto, abends fahren wir ins Ghetto in Ramallah. Da geht einem der Deckel hoch.“ Und damit sein Kollege in Christo nicht missverstanden wird, setzt Bischof Walter Mixa nach: Die „ghettoartige Situation“ in den besetzen Gebieten sei „fast schon Rassismus“.

Was wollen die hohen Herren damit sagen? Warum trennt eine Mauer Ramallah, Bethlehem und andere palästinensische Städte von Tel Aviv, Herzliyah und anderen israelischen Städten? Weil von den Palästinensergebieten Massenmörder losgingen, um mittels Sprengstoffgürtel möglichst viele Juden zu töten. Wenn die Mauer, die das verhindert, vergleichbar sein soll mit der Mauer um das jüdische Ghetto in Warschau – wollen die deutschen Bischöfe sagen, dass die Juden damals im Ghetto eine ähnlich tödliche Gefahr für ihre nichtjüdische Umgebung bedeuteten, wie arabische Terroristen heute? Reicht es nicht, dass damals allzu viele Bischöfe den Arm zum Hitlergruß hoben – muss man heute noch etwas draufsetzen?

Oder vielleicht wollen die Bischöfe die Situation der Menschen in den palästinensischen Gebieten mit der Situation der Juden im Ghetto vergleichen? Was war denn das Ghetto? Schlicht und einfach ein Konzentrationslager, in das Menschen eingesperrt wurden bis zu ihrem Abtransport in den Tod. Vorher waren sie ihrer ganzen Habe, ihrer Bürgerrechte und ihrer Würde beraubt worden. Nun wurden sie in Fabriken geschunden, wo sie für ihre Todfeinde arbeiten durften, bis Hunger oder Typhus oder Verzweiflung ihnen den Garaus machten. Und wer diese Vorhölle überlebte, wurde in die Viehwagen getrieben und nach Sobibor, Treblinka oder Auschwitz ins Gas geschickt.

Ein Vergleich, der besser unterblieben wäre

Die Situation der Bürger von Ramallah und Bethlehem, von Gaza ganz zu schweigen, ist weiß Gott schlimm. Aber erstens ist sie eben nicht im entferntesten vergleichbar mit der Situation der Todgeweihten vom Warschauer Ghetto. Und zweitens hat sie nichts mit Rassismus zu tun.

Rassismus? Palästina leidet nicht, weil dort Araber leben. Palästina leidet, weil es im Würgegriff arabischer Terroristen ist. Deshalb weigert sich die zivilisierte Welt, die Hamas-Regierung zu finanzieren. Deshalb gibt es die Mauer und die Kontrollen an den Checkpoints.

Rassismus? Nirgendwo in der arabischen Welt haben Araber mehr politische Freiheiten als im jüdischen Staat Israel.

Rassismus? In Israel ist rassistische Hetze gegen wen auch immer strafbar. In den arabischen Staaten ist antisemitische Hetze das tägliche Programm in Schulen und Medien.

Rassismus? Kein Staat, kein Volk wird von Israel mit Vernichtung bedroht, so wie Israel von Irans Präsident Ahmadenidschad mit Vernichtung bedroht wird.

Rassismus? Israel hat keine Wannsee-Konferenz für die Palästinenser abgehalten, es gibt keinen israelischen Plan, sie zu vertreiben, so wie die arabischen Staaten wiederholt geplant und mit Waffengewalt versucht haben, die Juden ins Meer zu werfen. Der israelische Plan sieht vielmehr vor, zwei Staaten zu schaffen – und zu diesem Zweck jüdische Siedler durch jüdische Soldaten und Polizisten mit Gewalt aus Gebieten notfalls zu prügeln, die seit Jahrtausenden jüdisch besiedelt wurden, so wie Juden Juden aus Gaza geprügelt haben. Der Plan der palästinensischen Führung, die auf ein „Recht auf Rückkehr“ von Millionen nach Israel besteht, sieht dagegen vor, in den Gebieten der Westbank einen judenreinen Palästinenserstaat zu schaffen und im ehemaligen Israel einen zweiten Palästinenserstaat mit einer jüdischen Minderheit.

“Sehr persönliche Bemerkungen”

Es seien, sagt der Sekretär des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, beim Besuch in Bethlehem (dem jetzt judenreinen Geburtsort des Juden Jesus) „unter dem Eindruck der bedrückenden Situation“ aus der „emotionalen Betroffenheit einzelner heraus einige wenige sehr persönliche Bemerkungen gefallen“. Klar doch. Nur: warum spricht ein deutscher Bischof beim Anblick des Leids der Palästinenser „sehr persönlich“ ausgerechnet vom Warschauer Ghetto?

Klar, „es“ denkt wohl auch in einem Bischof; es drängt auch ihn zur Relativierung der eben noch in Yad Vashem bekannten, unerträglichen Schuld; es geht auch ihm dann „der Deckel hoch“, und heraus lugt die Fratze des alten Antisemitismus, der die Juden für alles Übel verantwortlich machen will; auch Bischöfe sind nur Menschen. Aber man hätte gedacht, dass ein Bischof wenigstens seine Flatterzunge beherrschen könne. Nein, „es“ denkt nicht nur in ihm, es spricht eben auch aus ihm.

Und in Deutschland? Wer protestiert? Die üblichen Verdächtigen. Der Zentralrat der Juden. Der viel geplagte israelische Botschafter. Als ob die von keinerlei historischer Kenntnis, geschweige denn Scham getrübte Äußerung zweier deutscher Bischöfe in erster Linie die deutschen Juden anginge oder Israel.

„Aus der Sicht und den Interessen Israels“ könne er die Kritik des israelischen Botschafters Schimon Stein an den Äußerungen der Kirchenmänner verstehen, sagt Gert Weisskirchen, außenpolitischer Experte der SPD. Aber darum geht es nicht. Nein, wenn ein deutscher Bischof auf offizieller Visite seine Flatterzunge nicht beherrschen kann, wenn es aus ihm spricht, dann ist das „aus der Sicht und den Interessen Israels“ eher ein nebensächlicher Ärger, da hat man ganz andere Probleme. Aber für deutsche Christen, für Deutsche überhaupt ist das eine zutiefst beschämende Angelegenheit.

Wann distanzieren sich die Parteien mit dem C im Namen?

Wo also bleibt der Aufschrei unter Deutschlands Katholiken? Wo bleiben die klaren Worte der Evangelischen Kirche? Wie lange muss man auf die Distanzierung der Parteien warten, die sich christlich nennen? Und wie soll man das schallende Schweigen der anderen Parteien deuten? Wann endlich stellt die Regierung mit aller Deutlichkeit fest, dass diese Bischöfe mit ihrem boshaften Vergleich dem Ansehen Deutschlands in der Welt Schaden zugefügt haben?

Die Solidarität mit Israel und der Kampf gegen den Antisemitismus in allen seinen Formen ist Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland, aus gutem Grund. Denn mit der Demagogie und der Dämonisierung der Juden begann die Vernichtung der Demokratie in Deutschland; und mit der Demagogie und Dämonisierung Israels wird der Kampf gegen die Demokratie im Nahen Osten – und unter den Millionen europäischen Bürgern islamischen Glaubens – geführt. Eine formelle Entschuldigung der Bischöfe wäre längst fällig. Nicht gegenüber Israel. Gegenüber Deutschland.

 

 

Wenn es aus deutschen Bischöfen spricht

Bischöflicher Bullshit

7. March 2007

Das habe ich gerade auch achgut.de gefunden. Es handelt sich dabei um einen offenen Brief an die Teilnehmer der bischöflichen Heilig-Land-Reise, die es nicht lassen konnten, einen solchen “Bullshit” (Frankfurt: Bullshit) von sich zu geben: http://www.kreuz.net/print-article.4819.html

 

 

“Exzellenzen,
ein Elternmörder steht vor Gericht – und bittet um Milde, weil er Waise ist.
Palästinenser bomben und morden seit fast einhundert Jahren, entführen Flugzeuge, trainieren die RAF, erpressen ganze Länder mit Terror, erziehen ihre Kinder zu Selbstmördern, zetteln Bürgerkriege an, versuchen Umstürze im Libanon und Jordanien – und beklagen ebenso larmoyant wie lautstark ihre Lebensbedingungen.

Seit den Nazis hat die Welt keine vergleichbare Propagandamaschinerie wie die der Palästinenser erlebt. Die Nazis haben eine halbe Welt zerstört – und haben es propagandistisch zumindest im inneren geschafft, ihr Morden als Notwehr darzustellen. Die Palästinenser zünden Bomben in israelischen Bussen und überfallen israelische Schulen – und verbreiten mit historischer Dreistigkeit ihr Bild als Opfer.

Palästinensische Arbeiter erstechen wieder und wieder heimtückisch ihre israelischen Arbeitgeber – und klagen lautstark und überrascht über den Verlust ihrer Arbeitsplätze in Israel.

Palästinensische Terroristen dringen wieder und wieder nach Israel ein um mörderische Attentate durchzuführen – und rufen die Welt zu Hilfe gegen den israelischen Schutzzaun.

Palästinensische Frauen täuschen Schwangerschaften vor, um Bomben zu transportieren – und beklagen Kontrollen am Checkpoint medienwirksam als Schikane.

Die PLO hat ein Vermögen von 4 Milliarden Dollar angehäuft, ihr Führer Arafat bereicherte sich mit 900 Millionen Dollar, statt Lebensmittel kaufen die Palästinenser für Unsummen Waffen, Munition und Sprengstoff – und weinen vor laufenden Kameras über ihren niedrigen Lebensstandard.

Wie viel Weihrauch braucht man, um diese Zusammenhänge zu vernebeln?
Wie hartnäckig muss man wegsehen, um die täglichen Raketenüberfälle aus Gaza nicht zu bemerken?

Einseitigkeit ist kein Dämon, von dem man besessen wird, sondern ein Zweck. Die Westbank mit dem Warschauer Ghetto zu vergleichen ist von kosmischer Perfidie. Und dies war keine Pilger-Reise sondern ein PR-Trip.

Auch als Bischöfe haben Sie in einer Demokratie das Recht auf politische Unglaubwürdigkeit. Dieses Recht haben sie exzessiv genutzt.
Auf ihre schamvolle Entschuldigung in 500 Jahren verzichte ich im voraus.

 

Hochachtungsvoll
Dipl.sc.pol. Leo Sucharewicz
ILI – I Like Israel e.V.
Vorstand”