“Ein mordar er ein kjeltring, og det er det”

By פץ

Jan T. Gross behandelt in seinem neusten Buch Fear: Anti-Semitism in Poland After Auschwitz das Schicksal der ca. 200000 (von zuvor mehr als 3000000) polnischen Juden, die die Shoa überlebten, im Nachkriegspolen. Diese wurden – den Nazis entgangen – nun Opfer von Pogromen der Polen. Wie zum Beispiel beim Pogrom von Kielce am 4. Juli 1946 bei dem 41 Juden ermordet wurden. Der Auslöser war das Verschwinden eines Jungen, der als er wieder auftauchte erzählt hatte, daß ihn die Juden im Keller des Hauses des jüdischen Komitees gefangen gehalten hatten (dieses Haus hatte ürbigens gar keinen Keller).
Ihm – Gross – bzw seinem Verleger droht nun ein Strafverfahren wegen Beleidigung der polnischen Nation. Mit den Anfeindungen in Polen hat Gross bereits 2001 bekanntschaft gemacht, als er in Neighbours – The Destruction of the Jewish Community in Jedwabne aufdeckte, daß das Pogrom von Jedwabne am 10. Juli 1941 bei dem 1600 Juden ermordet wurden, nicht wie bis in die 90er angenommen durch die Nazis, sondern durch die polnischen Bewohner von Jedwabne verübt worden war.
Bis in die 80er Jahre versuchte man in Polen zu verschleiern, daß die mehr als 3000000 polnischen Juden, die von den Nazis ermordeten worden waren, Juden waren.

Zu dem Vorwurf, Gross reiße die Ereignisse aus dem Zusammenhang, der diesem in Polen entgegengehalten wird, meint Marek Edelman:
“Was ist der Zusammenhang, aus dem Gross die Ereignisse reißt? Ich sehe keinen Kontext für einen Mord. Ein Mörder ist ein Schurke und so ist es.”

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